Dorfgespräch in Amerang

Angenehm. Anders. Amerang. Weil Amerang so angenehm anders ist, waren wir am 26. März zu einem Dorfgespräch dort, um mit den Bewohnern des Ortes über die Werte zu Philosophieren, die für das dörfliche und europaweite Zusammenleben zentral sind. Dieses Zusammentreffen entstand vor dem Hintergrund der Kooperation mit unserem Wertebündnispartner ‚Dorfgespräch!‘, der einen Austauschabend zu dem Thema ‚Europa und ich‘ in Amerang organisiert hatte.

Nachdem sich etwa 40 Bürger im Pfarrsaal der Gemeinde versammelt hatten, begann der Abend mit einem Speeddating, bei welchem unterschiedliche Fragen in Bezug auf Amerang und Europa im Mittelpunkt standen. Dabei waren viele Stimmen zu hören. Es wurde deutlich, dass es den Bürgern von Amerang wichtig ist, dass es in Europa keine Grenzen gibt, dass wir frei sind, das der Frieden wegweisend ist und Vielfalt und Hilfsbereitschaft bedeutsam sind.

Nach diesen ersten, kürzeren Dialogen bekam jeder Einzelne die Aufgabe, sich zu überlegen, welcher Wert für das Zusammenleben der wichtigste sei. Anschließend wurden Gruppen gebildet, um sich über die gefundenen Werte auszutauschen und diese zu hierarchisieren. Mit dem Wert, der auf Platz Nummer Eins gelandet war, versammelten sich die einzelnen Gruppen wieder im großen Sitzkreis und erklärten, wie sie zu ihrem wichtigsten Wert gekommen waren und bildeten auch hier wieder eine Rangordnung. Das Ergebnis waren folgende Werte: Toleranz, Solidarität, Empathie, Wertschätzung und Gleichheit vor dem Gesetz.

Im Anschluss daran gingen wir gemeinsam der Frage nach, was Toleranz eigentlich ausmacht. Dabei stießen wir auf viele weiterführende Fragen:  Reicht Toleranz aus oder ist sie zu passiv im Sinne von Dulden? Ist Solidarität für unser Zusammenleben nicht wichtiger, da sie den Fokus mehr auf Aktivität und Eigenverantwortung legt? Ist Toleranz vielleicht immer dann einfach, wenn man von Menschen umgeben ist, die einem ähnlich sind? Sind wir in unseren Vorstellungen von Toleranz immer ehrlich? Handeln wir oft anders, als wir es vorgeben zu tun?

Nach dieser intensiven Runde wurde es wieder praktisch und alltagsbezogen: in kleineren Gruppen wurden Ideen gesammelt, wie die diskutierten Werte bei einer öffentlichen Aktion am 5. Mai im Zentrum Amerangs gelebt werden könnten. Die Überlegungen reichten von Speakers‘ Corner über eine lange Tafel mit Mitgebrachtem, offener Bühne und Europaquiz bis hin zu europäischen Spuren in Amerang und Dorfgeschichten über die Vielfalt Amerangs. Ein Organisationsteam wird nun konkrete Ideen weiter verfolgen. Wer gespannt ist, auf die Umsetzung der Ideen ist herzlich zum nächsten Dorfgespräch am 5. Mai eingeladen, das zwischen 12 und 16 Uhr im Freien hinter der Amerganger Kirche statt.

Abschließend hatte jeder die Möglichkeit ein persönliches Fazit zu äußern. „Im Kries sind wir alle nebeneinander“ „Sich näherkommen und miteinander beschäftigen“ „Toleranz ist Duldsamkeit, das Gegenstück ist Leibe.“ „Manchmal ist es schmerzlich tolerant zu sein.“

 

Video zum Dorfgespräch

Gesucht: Realschulen in München

Wir können jetzt wieder Workshops zur philosophischen Lebens- und Berufsorientierung vergeben. Lebens- und Berufsorientierung? Klassischerweise werden in der Berufsorientierung Stärken und Schwächen ermittelt. Berufsbilder vorgestellt. Die ein oder andere Praxiserfahrung gesammelt. Diese Kenntnisse sind wichtig. Die Frage “Was will ich werden?” umfasst aber viel mehr. Sie beinhaltet die Frage nach dem “Wer bin ich?”. Sie fragt danach, wie man sein Leben gestalten möchte. Und nicht zuletzt geht es auch um gelebte Werte. Diesen Fragen geht die philosophische Lebens- und Berufsorientierung nach.

Aktuell können wir je drei 90minütige Workshops zur philosophischen Lebens- und Berufsorientierung vergeben. Die Schülerinnen und Schülern setzen sich in dieser Zeit mit folgenden Fragen auseinander:

  • Wie finde ich einen Beruf, der zu mir passt?
  • Wer bin ich und wer möchte ich werden?
  • Wie treffe ich eine richtige Entscheidung?

Das Angebot richtet sich an die 9. Jahrgangsstufe aller städtischen Realschulen in München. Die Maßnahme wird finanziert von der Stadt München und der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Informationen zur philosophischen Lebens- und Berufsorientierung findet ihr hier. Oder ihr wendet euch direkt an Petra Reuß. Sie kann euch auch mehr darüber erzählen, wie Eltern von dem Angebot profitieren können.

Gibt es sie noch, die verbindlichen Werte?

In der Akademie für Politische Bildung am Starnberger See haben wir am 23. Februar einen besonderen Nachmittag verbracht: Im Workshop „Bildung für die Demokratie” haben 16 TeilnehmerInnen mit uns intensiv über die Frage nach den verbindlichen und grundlegenden Werten einer Demokratie, unserer Demokratie, geforscht. Der Kurs fand statt auf Einladung der Akademie für Politische Bildung, die als Partner von Street Philosophy das Rahmenprogramm zur Bildungskonferenz „Beyond Knowledge” gestaltet hat. Organisiert hatte diese Konferenz das starke Frauen-Duo Julia Kalmund und Nina Schmid im Literaturhaus. Es waren kluge Menschen geladen, wie der Philosoph und Autor Richard David Precht, die Kriegsfotografin Julia Leeb, Astrophysiker Harald Lesch oder Philosophin und Autorin Ariadne von Schirach u.v.m., die über die Themenverkettung „Bild, Bildung, Menschenbildung” sprachen. Nina Schmid moderierte mit Tiefsinn, poetischer Kraft und offenem Herzen (man kann es einfach nicht anders sagen).

 

Unser Einstieg in den Workshop-Nachmittag begann denn auch mit Zitaten aus der Konferenz:

“Wir sind beim Lernprozess von der Schallgeschwindigkeit zur Lichtgeschwindigkeit übergegangen.” – Harald Lesch

“Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme auffangen durch immer neue Angebote!” – Aga Trnka-Kwiecinski

“Wir brauchen nicht leistungsfähige, sondern beziehungsfähige Kinder. (…) Bildung ist Emotionalität. (…) Wir lernen und erinnern durch Emotionen.” – Aga Trnka-Kwiecinski

“Bilder verbinden Fakten mit Gefühlen. (…) Bilder haben was mit Bildung zu tun.” – Julia Leeb

“Der Mensch ist (im Gegensatz zur KI) natürlich, emotional, fiktionsbedürftig, moralfähig. (…) Kreativität bedeutet nicht Problemlösung.” – Richard David Precht

“Wir sind Wesen, die sich selbst gestalten.” – Ariadne von Schirach

 

Welche Fragen wir erarbeitet und über welche Werte wir philosophiert haben, das hat dankenswerterweise Julia Kalmund bereits zusammen gefasst und veröffentlicht: https://street-philosophy.de/bildung-fuer-die-demokratie/ . Aber nicht nur deshalb ist der Blog von Nina Schmid und Julia Kalmund unbedingt lesenswert , es lohnt sich immer wieder, einen Blick hinein zu werfen! Vielen Dank an StreetPhilosophy für die Einladung und den bericht – wir freuen uns auf weitere gemeinsame Aktivitäten!

Der Titel der nächsten Konferenz von Street Philosophy lautet übrigens: “Beyond Ideology” – wir sind gespannt.

Julia Blum-Linke

 

Ohne Werte wären wir Maschinen.

Diese Erkenntnis nahm eine Schülerin der 8. Klasse aus den philosophischen Gesprächen rund um das Thema Werte mit. Sie ist eine von rund 170 ausgewählten Schülerinnen und Schülern, die in Bayern zu Wertebotschaftern ausgebildet werden. Die Ausbildung ist Teil der Initiative “Werte machen Schule” des Kultusministeriums Bayern. Mehrere Partner, darunter auch Lehrkräfte und Medienpädagogen, sind an der einwöchigen Schulung beteiligt. Die ersten Workshops fanden in Niederbayern, Schwaben und Oberfranken statt.

Fast zwei Tage haben wir jeweils mit den jungen Wertebotschaftern verbracht. Wir haben mit ihnen darüber philosophiert, was eigentlich ein Wert ist und welche Werte in ihrem Leben eine Rolle spielen. Egal ob daheim, mit Freunden, in der Schule oder in der Gesellschaft. Und natürlich ging es auch um die Frage: Was ist mir persönlich wirklich wichtig? Und auf welcher Wertebasis treffe ich meine Entscheidungen? In einem Workshop erprobten die Schülerinnen und Schüler dann ihre demokratischen Kompetenzen. Die Aufgabe: Einen Konsens finden und sich auf gemeinsame Werte einigen. Gar nicht so einfach. Festgehalten wurden die Ideen und Erkenntnisse der Jugendlichen in Fotografien und in der Vision einer “Idealen Schule der Werte”. Für die Jugendlichen war dieser Teil der Ausbildung ein wichtiger Baustein auf ihrem Weg zum Wertebotschafter. Ihre Erkenntnisse haben die Jugendlichen für sich und andere festgehalten:

“Man kann die Persönlichkeit erst richtig entfalten, wenn man Menschen hat, die einem zuhören.”

“Werte sind wie ein Netz, das uns zusammenhält und uns Zusammenarbeit ermöglicht.”

“Wenn wir keine Werte hätten, wären wir Maschinen, aber keine Menschen. Wir würden nur funktionieren. Werte machen uns menschlich!”

“Wir brocken uns das ja selbst ein, dass wir beeinflusst werden von Social Media und Menschen, die gar nicht so sind, wie sie sich darstellen.”

“Werte können sich verändern, es muss nicht immer alles gleich bleiben – das habe ich für mich erkannt.”

Über die Ausbildung zum Wertebotschafter sollen die Jugendlichen Basiskompetenzen zu Wertebildung, Kommunikationsfähigkeit und Teamführung erwerben. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News wird den Schülerinnen und Schülern ein starker ethischer Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitgegeben. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen aktiv für ein Miteinander in der Gesellschaft engagieren, das von Respekt und Zivilcourage geprägt ist. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sollen sie anschließend an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben.

Die nächsten Wertebotschafter-Wochen finden im Schuljahr 2019/2020 in Oberbayern, Unterfranken, Mittelfranken und in der Oberpfalz statt.

Foto links und Beitragsbild: Andreas Gebert

Fishbowl? Funktioniert.

Haben Sie schon einmal versucht, mit über 50 Personen zu philosophieren? Drei Stuhlkreise, zwei Moderatoren, eine Catchbox  – und nicht zuletzt die besondere Atmosphäre in den Kammerspielen – haben geholfen, das Philosophieren mit einer so großen Gruppe von Menschen gelingen zu lassen.

Wie vor einer Theateraufführung fühlen wir uns, in dem großen Raum, mit den vielen Stühlen und den schweren schwarzen Vorhängen. Immer wieder öffnet sich eine andere Tür zur Kammer 3 und es wird geprüft, ob der Ton funktioniert, das Licht stimmt, alles an seinem Platz ist. Und schließlich kommen sie: Über 50 Menschen, von 13 bis 70 Jahren, Studenten, Philosophinnen, Mütter, Väter, auch Trainer der Akademie sind dabei. Sie nehmen Platz, manche ganz außen, um nur zuzuhören, einige gleich im inneren Kreis der Fishbowl, um von Anfang an mitzudiskutieren. Das Thema: Arm und Reich – Spot on!

 

  

Das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn für den Einstieg werden die vier Impulsgeber Artemis Sacantis, Helena Gregorian, Philipp Roshan und Marco Merz gebeten, aufzustehen und Fragen zum Thema des Gesprächs zu beantworten: Welche Bedeutung hat Reichtum für die Politik, die Freiheit, das Theater? Was macht Musik, was macht Tanz reich? Was macht ihr Leben reich? Den, der interviewt wird, beleuchtet ein Spot. Wir sind im Theater. Über eine Stunde philosophiert die große Gruppe anschließend gemeinsam die Frage:

Was macht das Leben reich?

Besonders an diesem Gespräch: Es ist außerordentlich dynamisch, manchmal politisch, meistens aber philosophisch und tief. Menschen wechseln in die Mitte der Fishbowl, um einen Beitrag zu leisten, ziehen sich dann wieder zurück. Andere bleiben, obwohl sie erst nur Zuhörer waren, im inneren Kreis, während andere ihren Stammsitz für neue Sprecher aufgeben und in die letzte Reihe wechseln. Christophe Rude und Dr. Theres Lehn moderieren gemeinsam. Theres hat dabei den Gesprächsverlauf im Blick und gibt immer wieder neue Impulse in die Runde: Was zeichnet eine reiche Gesellschaft aus? Ist Reichtum schon Überfluss? Wo beginnt Reichtum? Und warum reden wir überhaupt darüber? Christophe achtet hingegen mehr auf die Details und ist darauf fokussiert, das Gespräch zu vertiefen: Was verstehen Sie genau unter? Warum denken Sie, dass das so ist? Ist das immer so? Gilt das für jeden?

Vielleicht ist das ein Grund, warum die Fishbowl diesmal so gut funktioniert hat. Vielleicht hat aber auch die Mischung aus Jung und Alt, Familienmenschen und Freiheitsliebenden, Menschen mit mehr und Menschen mit weniger Geld dazu beigetragen. Einen Teil hat sicher die Atmosphäre der Kammerspiele ausgemacht, die dem Philosophieren einen Hauch von Performancetheater geben konnte.

 

   

Was wir euch noch mitgeben möchten aus diesem tollen Gespräch: Die Abschlussfragen.

Woran wäre ich gerne reicher?

Wovon habe ich zu viel?

Viel Spaß beim Nachdenken und vielen Dank an alle, die da waren und an die Bundeszentrale für Politische Bildung, die das Festival “Politik im freien Theater” organisiert.

Werte! Welche Werte? Heute: die Liebe…

Ich frage mich immer, was verstehen Kinder eigentlich unter Werten, wenn wir beim Philosophieren die Frage danach stellen. Ein Wert hat etwas mit “wertvoll” zu tun, der Einstieg in die Gespräche erfolgt also über das, was mir wertvoll erscheint und was fürs (Zusammen)leben wichtig ist. Zusammen mit  Julia Potthoff, Religionslehrerin und Kinderphilosophin, überlegen wir uns einen “Werteworkshop”, der die Frage, was Kindern wertvoll ist, vertiefen soll.

Montags, 8 Uhr, in der Münchner Grundschule an der Flurstraße: Julia wird heute mit einer dritten Klasse über Werte philosophieren. Alle zusammen überlegen zuerst, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist. Die Kinder diskutieren ein bisschen und sammeln dann Begriffe an der Tafel: Gesundheit, Essen und Trinken, Familie, Freunde, Traumberuf, Natur schützen… Die Schülerinnen stimmen in einer zweiten Runde ab, was ihnen am allerwichtigsten ist. Die meisten entscheiden sich für Familie. Und Frieden! Und Natur schützen ist auch noch ganz wichtig. Dann kommen Gesundheit, Traumberuf – und die Liebe.

Die Kinder sollen sich jetzt überlegen, wie sie diese “Werte” bewerben würden. Werbung kennen sie aus dem Fernsehen. Also hat Julia einen schwarzen Rahmen mitgebracht, ein echter “Flatscreen”, und nachdem sich immer zwei oder drei zu einem Thema zusammen gefunden haben und sich überlegt haben, wie sie das “Produkt”, ihren Wert also, vorstellen wollen – “weil es das beste ist!” – spielen sie zusammen, gerahmt vom schwarzen TV-Rand, den anderen ihren Werbeclip vor.

Natürlich geht’s recht lustig dabei zu, aber die Kinder nehmen die Sache durchaus ernst, und es ist auch aufregend, das, was man selber wichtig findet, anderen gut zu verkaufen… Die Klasse freut sich schon auf die nächsten beiden Tage: Dieser Vormittag ist nämlich der Auftakt zu einem dreitägigen Projekt, das die Akademie zusammen mit dem JFF Institut für Medienpädagogik und mit Klassenlehrerin Sabine Herrmann organisiert hat. Am nächsten Tag kommen Annabelle Jüppner und ihr Team vom Institut für Medienpädagogik und wollen die Themen der Kinder in Trickfilm-Clips umsetzen.

Heraus gekommen sind vier kleine Filme, für die die Kinder in Gruppen jeweils ein “Drehbuch” geschrieben, Figuren gebastelt und sie dann “animiert”, ihnen also eine Seele eingehaucht haben. Wir stellen sie nacheinander vor. Hier ist der erste Kurzfilm: über die Liebe…

Vielen Dank an alle Beteiligten!

Was macht das Leben REICH?

Die Akademie lädt ein zum Philosophieren im Theater! Vom 1. November bis zum 11. November findet in München das Festival “Politik im Freien Theater” statt, das mit verschiedenen Veranstaltungen dem Thema REICH auf den Grund geht. Zum Abschluss des Festivals lädt die Akademie Kinder philosophieren zu einem philosophischen Gespräch in die Münchner Kammerspiele. Bis zu 60 Personen haben dort Platz und alle können, wenn sie möchten, aktiv am moderierten Gespräch zur Frage “Was macht das Leben reich?” teilnehmen. Ein Dialog der Generationen, Kulturen und Lebenssituationen.


Hier nochmal alle Infos im Überblick:

Philosophisches Gespräch für alle Generationen
11. November, 15 bis 17 Uhr
Münchner Kammerspiele, Kammer 3

Anmeldung bitte unter: anmeldung@politikimfreientheater.de

 

Übrigens: Das REICH Festival bietet auch ein Programm für Schülerinnen und Schüler und Fortbildungen! Die Akademie ist hier vertreten mit der Kennenlern-Fortbildung “Philosophieren mit Kindern”. Wer unseren Ansatz kennenlernen und ein philosophisches Gespräch erleben möchte, ist herzlich eingeladen, uns am 7. November von 16 bis 19 Uhr in der Baierbrunnerstraße 27 zu besuchen. Weitere Infos und Anmeldung unter: prisca.wunderlich@kinder-philosophieren.de

 

Wer noch mehr zu den Veranstaltungen der Akademie und dem Festival wissen möchte, der kann sich hier einen guten Überblick verschaffen: www.politikimfreientheater.de

 

Bildrechte Beitragsbild: Amelie Lichtenberg

Die Lange Nacht der Demokratie

1.10. – Was für eine Nacht! Jetzt rückt sie schon wieder in den Hintergrund, aber das Wertebündnis hält die Lange Nacht der Demokratie, die in 11 bayerischen Städten stattgefunden hat, für uns in seinem neuen Magazin fest – jetzt schon online auch für Euch zu lesen! Wir haben in 5 Städten philosophiert – danke an alle, die mitgemacht haben und diese Nacht zum hellen Tag haben werden lassen. Nicht tiefschwarz – bunt steht es um die Demokratie!

 

13.9. – Die Lange Nacht der Demokratie schließt an den Internationalen Tag der Demokratie am Samstag, 15. September, an. Ein Hauptanliegen der Veranstaltung ist es, in vielfältigen Formaten über Demokratie zu philosophieren und zu diskutieren, und ebenso Musik und Kultur gemeinsam zu genießen. Das Projekt des Wertebündnisses Bayern findet an zahlreichen Standorten in Bayern statt, vom Fichtelgebirge bis Garmisch-Partenkirchen. Lest darüber schon jetzt in der SZ , im Wochenanzeiger München , und auch München TV hat die „Lange Nacht der Demokratie“ in München prominent platziert.

Werte.Dialog.Demokratie. Ein philosophisches Nachtgespräch mit Barbara Stamm

Im philosophischen Wertedialog geht es – gemeinsam mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm – auf gedankliche Entdeckungsreise: Warum genau schätzen wir, warum wollen wir die Demokratie?, Woran erkennen wir, dass wir in einer funktionierenden Demokratie leben? Wieviel ist Demokratie wert, wenn ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden (können)? Was heißt Partizipation? Wie viele Regeln und Gesetze brauchen wir? Eine ausgewählte philosophische Fragestellung im Kontext von Wertedenken und Demokratie steht im Zentrum des moderierten Gesprächs. Der Wertedialog öffnet den Raum für eigene Gedanken, neue Perspektiven und Begegnungen. Er stellt eine alte Kulturtechnik vor, die der Schnelllebigkeit Konzentration und Tiefe entgegensetzt. Mit Unterstützung von Gebärdendolmetschern.„Die Lange Nacht der Demokratie ermöglicht in verschiedenen Formaten Inspiration, Begegnung und Reflexion über die Bedeutung von Demokratie“, erklärt Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags und Schirmherrin des Projekts. „Ich möchte Sie herzlich einladen, sich zu beteiligen und mit den Menschen über Grundfragen unseres demokratischen Zusammenlebens ins Gespräch zu kommen.”

Ort und Zeit: 22-23 Uhr, Gehörlosenverband München und Umland e.V., Lohengrinstraße 11, 81925 München

Demokratie und die Lange Nacht – Wir schlafen nicht, wir reden! Philosophisches Café in…

… Puchheim 18.15-19.45 Uhr moderiert von Aylin von Platen

… Murnau 20.30-22.00 Uhr moderiert von Rike Zeus

… Augsburg ab 21 Uhr moderiert von Katja Bergmann

… in Donauwörth ab 20 Uhr moderiert von Manuela Aures

 

 

Die Akademie Kinder philosophieren erhält das Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“

Die Akademie Kinder philosophieren ist Träger des Qualitätssiegels Umweltbildung.Bayern

München, 18. Mai 2018. Der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Marcel Huber zeichnet die Akademie Kinder philosophieren der gfi gGmbH für das Projekt „Junge Vor!Denker“ mit dem Qualitätssiegel „Umwelt.Bildung“ aus.

Mit dem Qualitätssiegel werden Einrichtungen ausgezeichnet, die bayernweit die Leistungen und Chancen der Umweltbildung als erste und wichtige Säule einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stärken. Die Akademie Kinder philosophieren engagiert sich seit 2010 gemeinsam mit der  Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung der BMW AG mit dem Projekt Junge Vor!Denker für ein ethisch fundierte BNE ab dem Kindergartenalter.

Aus diesem Projekt entwickelte sich bis 2015 eine Fortbildungsreihe, die inhaltlich zunächst die Frage nach der Nachhaltigkeit im Allgemeinen, den Bereich der ökologischen Systeme, Funktionsweisen ökonomischer Systeme sowie die Bedingungen sozialer Systeme in den Blick nimmt. Sie wendet sich speziell an BNE- und Umweltpädagogen, grundsätzlich aber an alle, die die Reflexion über Themen der Nachhaltigkeit in ihre Arbeit aufnehmen möchten. In den Fortbildungen wird den Pädagogen eine Methodik vermittelt, wie man mit Kindern und Jugendlichen über Zukunftsfragen oder auch im Rahmen der Umweltbildung philosophieren kann.

In den philosophischen Runden reflektieren die Kinder die Bedeutung ihres eigenen Handelns und die Konsequenzen, die es für andere und für die Zukunft unserer Umwelt hat.

“Verantwortung zu bekommen ist ein gutes Gefühl, weil derjenige, der einem die Verantwortung gibt, glaubt, dass man gut ist.” (Grundschulkind im Projekt Junge Vor!Denker)

Mit der Auszeichnung erhält die Akademie die Möglichkeit, sich in bayernweiten Projekten zur Intensivierung der Umweltbildung zu engagieren.

Neue Förderung für Lehrer in Baden-Württemberg

Auch 2018 können sich Schulen und Lehrkräfte in Baden-Württemberg wieder um eine Förderung bewerben: Unter den Blickpunkten Wertebildung, Persönlichkeitsentwicklung, Orientierungswissen für ein gelingendes Leben fördert die Karl Schlecht Stiftung seit 2015 das Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen. Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, die in Baden-Württemberg tätig sind, können sich dabei kostenfrei in philosophischer Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen ausbilden lassen.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche frühzeitig an kritisches Denken heranführen und ihr Urteilsvermögen schärfen“, so Stiftungsreferent Frank Henssler. Das Orientierungswissen, das das Philosophieren bietet, “ist ein wesentlicher Aspekt der Persönlichkeitsbildung.“

Für diese Angebote können sich Schulen und Lehrkräfte ab sofort bewerben:

  • dreistündiger Kennenlernworkshop “Kinder philosophieren” oder “Philosophieren in der Lebens- und Berufsorientierung” für Lehrerkollegien
  • Zusatzausbildung “Philosophische Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen”
  • Schülerworkshops “Philosophieren in der Lebens- und Berufsorientierung”
  • dreitägige Qualifizierung für Lehrkräfte “Philosophieren in der Lebens- und Berufsorientierung”

Neu ist in diesem Jahr außerdem, dass wir eine philosophierende Schule ins Leben rufen möchten, die das Philosophieren in den Unterricht integriert und in ihr Leitbild aufnimmt. Es gibt ein sehr vielversprechendes Beispiel dazu auf Hawai’i. Wir werden mit verschiedenen Praktikern und Experten aus diesem Bereich zusammenarbeiten, um eine solche Modellschule Wirklichkeit werden zu lassen. Wir suchen: Eine Grundschule und eine weiterführende Schule, die neue Wege des Lernens und Unterrichtens gehen möchten.

Alle Informationen zu den Angeboten und zur Bewerbung findet ihr hier.